Aussaat

Einige Tipps für Ihre Kakteenaussaat

Die immer wieder gestellte Frage, wie macht ihr eure Aussaaten, soll hier beantwortet werden. Bitte beachten Sie : alle Ratschläge ersetzen nicht die eigene aufmerksame Beobachtung. Je nach Art und Standort können die Ansprüche der Pflanzen variieren.

Wir verwenden als Aussaatsubstrat guten Hochmoortorf mit Blähschiefer 1:1 gemischt. Als Gefäße haben sich Polystyrolschalen, die wir in verschiedenen Größen auch als Zubehör anbieten, gut bewährt. Für kleine Aussaatmengen (z.B. Samenportionen) sind quadratische 6er Töpfe auch gut geeignet. Wir füllen das Substrat nur locker in die Gefäße und streichen es mit einem Brettchen über den Schalenrand glatt. Unmittelbar vor der Aussaat wird der Samen in der Tüte mit einer Messerspitze Trockenbeizmittel (Aatiram) versetzt und geschüttelt, bis alle Samenkörner mit Beizmittel umhüllt sind. Das überschüssige Beizmittel wird wieder abgesiebt. Dann werden die Samen gleichmäßig über das gesamte Saatbett verteilt.

Bei feinen Samen wird das Substrat vor der Aussaat gleichmäßig angedrückt, ansonsten verschwinden die Körner ungleichmäßig tief. Große Samen drücken wir erst nach der Aussaat mit einem Brettchen an. Nach der Ausssaat werden Schalen oder Töpfe dünn aber gleichmäßig mit Quarzsand abgedeckt. Der Quarzsand läßt das für die Keimung erforderliche Licht durchtreten und wirkt als Verdunstungsschutz. Die Kiesschicht trocknet schnell ab, infolgedessen können sich auf der Oberfläche keine Algen mehr ansiedeln. Auch dem Pilzbefall wird dadurch vorgebeugt. Unsere Aussaatgefäße werden nicht angegossen, dadurch würden das Beizmittel abgespült. Wir stellen alle Gefäße so lange in eine große Wasser gefüllte Schale, bis sie sich bis oben vollgesaugt haben. Das kann man am Verfärben des Qurazsandes gut verfolgen. Die Aufstellung erfolgt an einem warmen hellen Platz. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit der Vliesabdeckung gemacht.

Unter dem Vlies bildet sich ein günstiges Kleinklima, gerade richtig für die Entwicklung der kleinen Sämlinge.

Die optimale Keimtemperatur liegt für die meisten Kakteen zwischen 18 und 28 C, eine nächliche Abkühlung ist durchaus wüschenswert. In den ersten Tagen und Wochen, bis die Keimlinge wenigstens die Größe eines Stecknadelkopfes haben, darf die Saatfläche nie austrocknen. Später kann man davon ausgehen, daß die Wurzel bereits in tiefere Bodenschichten eingedrungen ist und der Pflanzenkörper ausreichend Wasser gespeichert hat. Nun wird ein oberflächliches Abtrocknen den jungen Pflänzchen nicht schaden, aber der Veralgung und dem Pilzbefall entgegen wirkt. Allerdings muß man beachten, daß nie alle Samen gleichzeitig keimen. Eine "Überlebensstrategie" der Wildpflanzen ist es, keimhemmende Stoffe in unterschiedlicher Konzentration in die Samen einzulagern. Erst nach deren Abbau, erfolgt die Keimung, also mehr oder weniger lange verzögert. Je weiter die Sämlinge herangewachsen sind, desto größer können die Abstände zwischen den Wassergaben werden, schließlich haben wir es ja mit Sukkulenten, also Wasser speicherden Pflanzen zu tun. Veralgungen oder Befall durch Schadpilze sind in aller Regel die Folge von zu hoher Luft- und Bodenfeuchtikeit oder keine Luftbewegung. Lassen Sie Ihre Sämlinge lieber etwas langsamer, aber gesund und abgehärtet wachsen und Sie werden immer Freude an Ihnen haben !

Gegen Verpilzung an Sämlingen, Jungpflanzen und auch älteren Exemplaren benutze ich Chinosol. 10 Tabletten bekommen Sie für ca. 4 in der Apotheke. Ist hervorragend bei der Entkeimung und Pilzbekämpfung. Sie müssen die Tabletten nur zerkleinern in warmen Wasser auflösen und danach in eine Sprühflasche geben.