Hybriden - Hobby:



Schönheiten - betrachtet mit kritischem Blick

Angespornt durch den Artikel in Kakteenblüte möchte ich auch meine Begeisterung für dieses wunderschöne Hobby auf die Leser meiner Homepage übertragen. Einige Tipps und Pflanzenvorstellungen runden das ganze Bild zu dem Thema ab.

Zu den Hybriden bin ich über die Kakteengattung Lobivia gekommen, diese Blüten haben mich schon begeistert und wie jede Richtung in der Kakteenpflege wird nach Neuem gesucht und auch gefunden. Es mussten große Blüten mit strahlenden Farben sein und vor allem in meinem Alter möchte man schnell die Blütenpracht erleben.

Da sind natürlich die Echinopsis Hybriden genau das Richtige dafür. Von der Aussaat bis zur Blüte im dritten Sommer, für Kakteen eine kurze Wartezeit. Steht man in dem Rhythmus drin, können jedes Jahr mehr dazu kommen. Es sind nicht so viel Voraussetzungen zu beachten, für jeden Liebhaber sind da Möglichkeiten gegeben, am Fensterbrett, Balkon mit Südseiten und natürlich die besten Bedingungen werden im Gewächshaus erfüllt. In meiner Sammlung ist der Platz zu je 1/3 mit Schick Hybriden vom bekannten Hybridenzüchter Dr. Robert Schick aus den USA, 1/3 mit Neuzüchtungen und 1/3 mit Trichocereus Hybriden belegt. Bei den Letzteren muss schon mit rund 4 Jahren bis zur Erstblüte gewartet werden, was die EP.-H. mit der Hälfte der Zeit schaffen. Mir stehen persönlich die EP-H. näher, obwohl jede Richtung hat seine Vor- und Nachteile.

Die Neuzüchtungen der Tr.-H. brauchen nicht mehr riesenhaft groß zu werden, sie blühen schon ab 15 cm Höhe, mit großen Blüten bis 20 cm, stehen sehr stabil auf den Pflanzenkörpern. Für den Betrachter wirken die Blüten mit ihren 3 - 4 Reihen breiter runder Petalen kompakt und auch das Farbspektrum lässt kaum einen Wunsch offen. Nachteil ist für mich bei den Neuzüchtungen dieses einheitliche Aussehen der Pflanzenkörper und die Wehrhaftigheit der Pflanzen. Blüten kommen nicht jedes Jahr zuverlässig.


1. Bild ist eine Beetansicht mit blühenden Schick Hybriden
2. Bild oben "Madame Pele", rechts "Yes", unten Neuzüchtung "Mein Traum"
Darstellung zeigt die Größenunterschiede

Eigene Echinopsis/Beet 1.1.jpg Eigene Echinopsis/Mein Traum, Yes, Madame Pele 4.1.jpg

Die Schick Hybriden haben es mir am meisten angetan. Diese Blüten in dieser berauschenden Farbenpracht, sind kaum von Neuzüchtungen zu übertreffen. Vom ersten Tag sich breit öffnende Blüten, saubere leuchtende Farben und diese Leuchtkraft von enormer Vielfalt.

EP.-H bringen bei mir bis zu 8 Blütenschübe im Jahr, natürlich nicht die einzelne Art, aber 3 Mal kommen sie locker zur Blüte bis weit in den Oktober hinein.

Hier möchte ich nur die Arten herausgreifen.


Klick auf das Bild um zu vergrößern.

Eigene Echinopsis/Serape 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Firelight 4.0.jpg
Serape, Firelight.

Andere haben vorwiegend weiß mit rötlich bis lila Petalenspitzen.

Eigene Echinopsis/Anastasia 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Elegant Lady 4.0.jpg

Anastasia oder die weiß mit rosa Spitzen von der Elegant Lady

und dann sind einige zweifarbig mit einem dezent angedeuteten Farbverlauf versehen.

Eigene Echinopsis/Arabesque 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Fond Adieu 4.0.jpg

Arabesque, Fond Adieu

Zur Vermehrung wurden wieder einige geschnitten.

Eigene Echinopsis/Consolation 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Fascination 4.0.jpg

Eigene Echinopsis/Antares 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Dangerous Journey 4.0.jpg

Consulation, Fascination, Antares, Dangerous Journey usw.

Wie bei allem EP.-H. Listen sind auch bei den 129 Arten von Schick einige dabei, wo es schon bessere Neuzüchtungen in Deutschland gibt. Auch bei den Schicks halten nicht mehr alle den hohen Ansprüchen der Hybridenzüchter stand. Für Samenkreuzungen werden die Schicks in den letzten Jahren sehr oft verwendet, aber auch hier wird zunehmend der Genpool erweitert und andere Arten eingekreuzt.

Nachteile der Schicks sind bei manchen Arten die Standfestigkeit, bedingt durch die Größe der Blüte ist ein umkippen und ausbrechen an der Austriebsbasis schon vorgekommen. Hier könnte eine Verbesserung durch einkreuzen von Tr.-H. zu Multi Hybriden etwas bringen.

Eigene Echinopsis/Charlemagne 4.0.jpg

Charlemagne u.a.

Erstaunlich war für mich, eine abgebrochene Blüte zwischen die Kakteen gesteckt, macht genau diesen Blühzyklus gesunder Kakteen mit, öffnet und schließt die Blüte nach der Tageszeit.


Die dritte Abteilung bei mir bringt die Spannung ins Spiel. Jetzt kann der Lohn für die Arbeit der letzten Jahre eingefahren werden. Jede Neuzüchtung wird mit großen Erwartungen betrachtet, bei manchen ist schon im Vorfeld die Spannung raus, es entwickelt sich nur eine schmale spitze Knospe und dann kommt noch eine rosafarbene Blüte zum Vorschein. Das war es dann. In dem Farbspiel gibt es ja schon genügend Züchtungen.

Wir wollen aber zweifarbige große Blüten züchten, sollen auch wärmere Tage gut standhalten und zwei bis drei Tage voll aufgeblüht sein. Riesige Blüten über 15 cm werden bei den EP.-H. kaum zu erwarten sein, mir reichen schon Blüten ab 10 - 14 cm Durchmesser und bei dieser Größe haben sie die alten Hybriden der 200er und 300er Reihe bei weitem überflügelt.



Hier eine Gegenüberstellung von Schick Hybriden zu meinen Neuzüchtungen


Eigene Echinopsis/Cabaret.4.0.jpg Eigene Echinopsis/Fangri La.4.0.jpg Eigene Echinopsis/Sasquatch 4.0.jpg Eigene Echinopsis/Samantha Smith.4.0.jpg




Neuzüchtungen von mir, glaube sie brauchen sich nicht vor den Schicks zu verstecken.
Diese Bilderreihe könnte man beliebig fortsetzen.


Eigene Echinopsis/Neu 1.jpg Eigene Echinopsis/Neu 2.jpg Eigene Echinopsis/Neu 3.jpg Eigene Echinopsis/Neu 4.jpg


Substrate , Wassergaben, Dünger, Überwinterung

Kann man hier etwas falsch machen.

Ja, jeder probiert wie es bei ihm am besten klappt, hat man seinen Weg gefunden dann schwört man darauf. Bei mir ist es nicht viel anders.

Substrate werden selbst gemischt meist mit 4 Teilen. Erde, normale Gartenerde, gedämpft in der Mikrowelle 0,5 Stunden Vermiculit, Kieselgur, Perlite Etwa alles zu gleichen Teilen.

Die Kakteen halte ich verhältnismäßig feucht. Bei mir muss sich in der Epidermis neuer Trieb zeigen. Vor allem die kleinen Töpfchen 5 x 5 cm mit den geringen Substratvolumen trocknen schnell aus und wenn sie noch bei 35 - 40 auf den Bord im GWH stehen ist jede Feuchtigkeit nach einem Sonnentag verflogen. Sie trocknen zu Staub zusammen und die Faserwurzeln müssten sich jeden Tag wieder neu bilden.

Hier ist doch kein Wachstum mehr zu erwarten, es ist ein Hinsiechen. Mai - August ist Wachstumszeit und da sollte man nicht so zimperlich mit Wasser und Dünger sein.

In jeder Sammlung stehen Mickerlinge, hier hat sich bei mir 1-2 Mal Umtopfen bewährt. Die Pflanzen hatten keinen Neutrieb, sahen schon rotbraun aus, kurz vorm absterben. Gründe können vielfältig sein, Wurzelläuse oder falsches Substrat.

Aus der alten Erde heraus nehmen, Wurzeln mit Bi58 besprühen und wieder eintopfen, gießen. Bei machen Arten habe ich es mehrmals gemacht und plötzlich kamen sie wieder. Als wenn die Wurzeln paar Mal das Licht sehen wollten.

Bei wertvollen Schicks ist es diese Methode die letzte Rettung

Es lohnt sich der Versuch die Pflanzen zu retten, viele der seltenen Schicks bekommt man in ganz Europa nicht.

Dünger Kakteendüngersalz rot 8-12-24-4 wird jede Woche 4 % verabreicht.

Wassergaben werden bis zum 15. September gegeben und wenn auch das Wetter einem etwas anderes vorgaukelt. Die Pflanzen brauchen diese Zeit um trocken ins Winterquartier zu kommen.

Überwinterung erfolgt trocken, dunkel im Wohnhaus.

Ein Nachteil mit so einer Überwinterung ist das Aus- und Einräumen und ein verspäteter Blühbeginn von rund einer Woche.

Ausräumen liegt meist um Ende Oktober bis in den November hinein je nach Wetterlage. Einräumen etwa um den 15 März, aber mit Zusatzheizung für Kälteperioden. Verbrauch 2008 lag bei 200 KW für die Monate März - April. Dieses Jahr wird es nicht anders gewesen sein.

Zu letzt noch ein Wort zu den Aussaaten.

Bei jedem Liebhaber und Züchter sollte ein Kasten mit neuen Aussaaten stehen. Es macht viel Freude die kleinen Kerle heranwachsen zu sehen, auch wenn bei vielen der Platz begrenzt ist. Ich behalte jetzt auch nur noch 5 Pflanzen von jeder Kreuzung, mit den vermeintlich wenigen Pflanzen von einer Kreuzung füllt sich eine GWH schnell.


Eigene Echinopsis/Kindelanzucht 1.jpg Eigene Echinopsis/Samenanzucht 1.jpg

Jetzt ist viel gesagt und ich hoffe die Tipps fallen auf fruchtbaren Boden. Viel Spaß mit unserem gemeinsamen Hobby

Bürgel 22.05.2009

Karl Rabsilber